Einen wunderschönen guten Morgen!
Ganz ehrlich, ein großer Winterfan bin ich nicht, doch wir haben Januar und da schneit es in Bayern auch einmal 🙂 manchmal mehr und manchmal weniger. Früher hieß es einfach: „Es schneit“ und heute „Das Sturmtief Elli fegt über Deutschland“ – „bleiben sie Zuhause, es herrscht Lebensgefahr“. Dabei ist Elli nur das Wetter, was meine Großeltern einfach „Winter“ nannten.
Der Grund ist ganz einfach. Dramatische Wetterberichte bringen Reichweite. Push-Nachrichten wie „Jahrhundert Winter“ performen besser als „Heute gibt es Schnee – morgen vielleicht auch“. Liveticker zum „Schnee-Chaos“ laufen auf Hochtouren, als würden Deutschland gerade von Außerirdischen angegriffen und nicht von Schneeflocken. Hier in Bayern liegen etwa 10 bis 15 cm Neuschnee, der Sturm war ein laues Lüftchen – nur am Montagmittag wurde es brenzlig, als gefrierender Regen die Straßen in eine Eisbahn verwandelten. Schon am Sonntagabend trudelten die Warnungen vor Glatteis ein und im Grunde halte ich diese Warnungen für sehr sinnvoll und habe alle Termine und Erledigungen auf die nächsten Tage verschoben. Einige warnen „Gefahr für Leben und Gesundheit“ und andere machen daraus den nahen Weltuntergang. Am Ende ist es wie immer. Während draußen ganz normaler Winter ist, tobt drinnen der Kampf um Aufmerksamkeit bis Elli durchgezogen ist.
Das Problem liegt oft nicht an den Warnungen selbst, sondern wie sie aufgenommen oder weitergegeben werden. Wenn Medien mit Schlagzeilen wie „Chaos“ oder „Lebensgefahr“ aufmachen, bringt es Aufmerksamkeit, aber es stumpft auch ab. Das Sturmtief Elli war in Bayern mit Sicherheit nicht so schlimm, vergleicht man es mit Januar 2006 oder 2019. Damals hatten wir gut 50 bis 60 cm Schnee innerhalb von wenigen Stunden und Schneeverwehungen türmten sich meterhoch auf. Schlimmer als übertriebene Warnung wären, wenn es keine Warnungen gebe, die im Extremfall dann Menschenleben kosten könnten. Die Hinweise auf das Sturmtief Elli führten immerhin dazu, dass im Norden Deutschlands viele rechtzeitig vorbereitet waren. Obwohl Schulen geschlossen blieben, Verkehrsbetriebe ihre Fahrpläne anpassten und viele Menschen Zuhause blieben, gab es mehr Unfälle als an einem „normalen“ Wintertag. Hätten weniger Menschen die Warnungen ernst genommen, wären es wohl sicher noch mehr gewesen. Natürlich kann man jetzt diskutieren, ob eine Einstellung den kompletten Bahnverkehr in und um Hannover gerechtfertigt war. Doch würde es zu einem großen Unfall kommen, mit vielen Verletzten oder sogar Toten, wäre das Geschrei groß.
Das Bild in der Mitte hat meine Tochter Anfang Januar morgens um 6.45 gemacht.
Ich bekomme Unwetter Warnungen von meiner Versicherung, vom Wetterdienst und dazu warnt das Online-Portal der Regionalzeitung. Ein wenig viel? Am Ende kommt es immer auf die Eigenverantwortung an, man kann die Warnungen ignorieren, handeln oder in Panik verfallen. Am besten ist aber, die Wetterwarnungen mit Umsicht, Gelassenheit und Vernunft zu behandeln.
Wünsche euch einen schönen und erholsamen Sonntag!